Newsletter 31.10.2021


Drehpunkt Leben
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Der neue Raum WILLIGIS im Drehpunkt-Leben Institut steht uns bis Sommer 2022 zur Verfügung, er wird für Meditation und MBSR Kurse benutzt. Der Raum ist auf der stillen Seite des Hauses gelegen.
Sei still, wenn du etwas hören willst
(Indianerweisheit)
Sei still, wenn du Ruhe finden möchtest
(Östliche Weisheit)
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn ich ’still‘ werde, besonders in Räumen, wie unser neuer Raum WILLIGIS, dann mache ich immer die Erfahrung, dass erstmal meine inneren Wahrnehmungen, die des Körpers, der Gefühle und vor allem die des denkenden Geistes ‚laut‘ werden.
Das ist sehr vorteilhaft, wenn man mit der Absicht in die Stille geht, etwas über sich zu erfahren, also: „Sei still, wenn du etwas erkennen möchtest!“. Erkennen, was im Augenblick ganz vordergründig beschäftigt: welche Gedanken hat man im Kopf? Ist das eine Herde lauter Affen oder ein unklares Gedankengespinst, so unklar, als wäre man betrunken oder ein ganz klares, scharfes Thema, eine Gedankenkette, die endlos immer wieder kommt.
Vielleicht aber auch erkennen, wie unruhig man ist, wie erschöpft oder wie freudig erregt. Mit dieser Einstellung hat man eine Chance, klarer zu erkennen, was los ist, um dann vielleicht viel angemessener zu reagieren, wenn man die Stille wieder verlässt.
Die plötzliche Lautstärke des denkenden Geistes ist jedoch extrem störend, wenn man sich mit der Absicht aufs Kissen setzt, um zur Ruhe zu kommen. Man will entspannen, den Geist leeren und einfach für eine Weile nur atmen und da-sein. Ohne Aufgaben, ohne Agenda, ohne das-muss-ich-noch-machen-Druck, einfach nur eine Weile innere Ruhe und Stille. Diese Absicht wird der denkende Geist erstmal vermiesen und man wird sehr wahrscheinlich mit Ärger auf sich selbst, Frust und Ungeduld reagieren – das macht es natürlich nur noch schlimmer.
Dieser immer wieder auftretende Effekt ist ein Hindernis auf dem Weg Ruhe zu finden, das es zu überwinden gilt.
Ich mache diese Erfahrung immer wieder und habe gelernt, zu erwarten und zu akzeptieren, dass es erstmal „laut“ wird in mir, wenn ich „still“ werde. Ich habe gelernt, geduldig zu beobachten, wie sich Geist und Gefühle langsam aber sicher beruhigen, wenn sie keine Nahrung mehr bekommen (keine Geräusche, keine Gespräche, keine Bücher, kein Fernsehen, keine Apps,…). Manchmal gelingt es mir, in einer halben Stunde, etwas zur Ruhe zu kommen. Wenn es dann länger um mich herum still ist, eine Stunde während unseres „Vipassana Abends“ oder drei Stunden während der „Stille am Sonntagmorgen“, dann wird es schon ziemlich ruhig.
So richtig ruhig wird es aber erst auf einem mehrtägigen Retreat, z.B. einer ZEN Meditationswoche im Benediktushof. Dort in der äußerlichen Stille der Abgeschiedenheit des Ortes und der Stille in den Räumen beginnt die tägliche Meditation um 6 Uhr morgens und in einer Abfolge von „Sitzen“ und „Gehen“, unterbrochen von den Mahlzeiten und einer Stunde Arbeit bist du in einer Gruppe alleine mit dir bis zum Abschlussritual um 21:00. Alles im Schweigen.
Im Oktober war ich wieder eine Woche dort und habe eine ganz neue Erfahrung gemacht, die ich in einer Geschichte „Der Donnerhall des Schweigens“ beschrieben habe. Es ist etwas passiert, was ich bisher nicht kannte, was mich überrascht hat und letztlich wieder gelehrt hat, nicht zu sehr das zu Erwartende als bare Münze zu nehmen. Nach vielen solcher Retreats dachte ich, ich wüsste, wie es ablaufen würde, doch ich wusste gar nichts!
Die Meditationen begannen am Sonntagabend nach dem Abendessen und wie erwartet waren diese ersten 2 Stunden Stille überhaupt nicht still, sondern mein Kopf voll von all dem, was am Samstag und noch am Sonntagmorgen zu Hause geschehen war und voll mit all dem, was ich eigentlich noch zu erledigen hätte und ich eigentlich gar keine Zeit hätte hier ein paar Tage ‚herumzusitzen‘.
Ich kenne das und weiß, dass sich das spätestens am Dienstag erledigt hat, wenn all diese Gedanken immer durchsichtiger werden, bis sie sich schließlich auflösen. Geduldig habe ich bis Dienstag gesessen und geduldig geschehen lassen, was in mir passierte. Und wirklich, ich habe die Abendsitzung vom Dienstag als absolut ruhig und entspannt erlebt und auch der Mittwochmorgen war zeitlos still und mein Geist nur erfüllt von einer leeren Helle. Ich fühlte mich gut und freute mich, die verbleibenden Tage in dieser Entspannung zu verbringen.
Am Nachmittag dieses Mittwochs, mitten in einer Meditationssitzung, explodierte förmlich mein Geist, als wenn eine Schale aufgerissen worden wäre und ich wurde überflutet von alten Bildern, alten Gefühlen und körperlichen Schmerzen, die alle mit Ereignissen zu tun hatten, die sich vor ein paar Jahren an meiner Arbeitsstelle zugetragen haben. Plötzlich saß ich wieder in Konferenzräumen, brütete über Vertragstexte, Kollegen kamen und gingen. Ich telefonierte mit meinem Vorgesetzten, stritt und argumentierte. Ich fühlte wieder den damaligen Druck, die unendliche Müdigkeit und die Unlust weiterzumachen.
Es war, als habe sich eine Zeitkapsel geöffnet. Es war innerhalb von Sekunden vorbei mit der Ruhe und Entspanntheit, jetzt war innerer Kampf und Krampf.
Und ich hatte in diesem Moment alles vergessen, was ich über Meditation gelernt hatte und selbst lehre. Ich habe sofort dagegen angekämpft: Was soll das denn jetzt? Warum den hier und jetzt? Was hat das denn jetzt ausgelöst? Ich will das jetzt nicht! Dafür bin ich nicht hier! Ich spürte enormen Widerstand und Ärger hochkochen, doch die Bilder wurden nur noch stärker und wilder.
Es wäre besser gewesen, in der Haltung des aufgeweckten Kindes zu bleiben: Ach schau mal an, was ist das denn jetzt? Mal sehen, was jetzt passiert. Heilsamer wäre es gewesen, in der Beobachterrolle und dabei zu bleiben, ohne Abwehr und erstmal ohne Analyse und ohne Forschung die Wellen im Inneren mitzureiten.
Es hat mich den ganzen restlichen Mittwoch und den Donnerstag gekostet, bis ich zu der Haltung des Beobachters zurückgefunden habe. Leider war das Retreat am Freitagmittag zu Ende und es blieb mir keine Zeit, wieder in einen ruhigeren Zustand zu kommen, ich fuhr also aufgekratzter nach Hause als ich gekommen war.
Jetzt bin ich um eine Erfahrung reicher und frage mich, ob da noch mehr solcher Konserven in mir verborgen sind und ob ich nicht besser ein längeres Retreat besuchen sollte, zwei Wochen oder drei Wochen oder noch länger, damit Gelegenheit gegeben wird, immer wieder zur Ruhe zurückzufinden, wenn sie durch tiefliegende und aufbrechende Wallungen unterbrochen wird.
Die Veranstaltungen im Monat November:
Neu im Programm:
Vipassana Retreat – Stille Stunden am Sonntag Morgen
Bei der Vipassana Meditation geht es in der Essenz darum, sich Schritt für Schritt in die Beobachtung von Körper, Gefühlen und denkendem Geist zu begeben. Still zu werden und wach für das, was gerade in mir los ist. Beobachten und wahrnehmen, ohne zu bewerten.
Die gesamte Veranstaltung erfolgt im Schweigen ohne Anleitung. TeilnehmerInnen sollten in Meditation geübt sein und 25 Minuten gut sitzen können. Das Retreat dauert ca. 3 Stunden in einer Abfolge von Sitz-, Geh,- und Liegend Meditation. Eingebunden ist eine Tee Zeremonie.
Diese Veranstaltung soll in 2022 einmal im Quartal stattfinden.
(Leitung: Alfred Spill)
Sonnatag: 7.11. — 21ASp-VE-06 Vipassana Retreat Meditation für Geübte
Meditation (mit Anleitung) in der Stille ist für immer mehr Menschen ein Weg, zu ihrem eigenen Wesen zu finden. Sich auf einen Platz hinzusetzen und nichts daneben zu tun, lässt den Menschen die Bewegungen wahrnehmen, die sich vom Innersten her zeigen. Die mystischen Wege bauen auf der Erfahrung auf und dabei ist es das Einfachste, sich selbst und alles zu lassen, auch das Schwierigste zugleich. (Leitung: Yvonne Kunz)
Dienstag 16.11. — 21yvk-me-08-offener-meditationsabend-thema-umgang-mit-aengsten
Dienstag 30.11. — 21yvk-me-09-offener-meditationsabend-thema-schattenarbeit
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Der Achtsamkeitsabend (90 Minuten) beinhaltet angeleitete Meditation und Austausch zu einem Thema. Da am letzten Abend das Thema: „Geduld oder Ungeduld“ nicht behandelt wurde, nehmen wir es für den Septemberabend wieder ins Programm. Geeignet für Geübte und für Neugierige, die Meditation und Achtsamkeit kennenlernen möchten. (Leitung: Alfred Spill)
Donnerstag, den 25.11.2021 Achtsamkeitsabend-88-thema-innere-werte-im-konflikt
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Qigong – Der chinesische Weg zu Gesundheit, Ausgeglichenheit und Vitalität
Qigong zählt zu den ältesten Heil- und Vorbeugungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin. Es handelt sich um leicht erlernbare und doch sehr wirkungsvolle Körper- Übungen mit dem Ziel , den Fluss des Qi (=Lebenskraft, Lebensenergie) durch den Körper zu ermöglichen.
Der Kurs für Fortgeschrittene mit 10 Terminen beginnt am 1.9.2021. (Leitung: Annette Burkhardt)
21AnB-QI-F4-QiGong für Fortgeschrittene
(Einstieg noch möglich)
Der Kurs für Anfänger mit 10 Terminen beginnt am 6.9.2021. (Leitung: Annette Burkhardt)
21AnB-QI-A5-QiGong für Anfänger
(Einstieg noch möglich)
Der Kurs mit leichten Qigong-Übungen, Eigenmassage-, Zentrierung – und Atemübungen, Meditation, auch mit Unterstützung von Klangschalen. Der Kurs mit 4 Terminen beginnt am 2.9.2021. (Leitung: Annette Burkhardt)
21AnB-QI-M3-QiGong und Meditation
(Einstieg noch möglich)
Workshop: Kleine Auszeit – Große Wirkung, Qigong und das Lösen von Blockaden
Stärken der inneren Mitte
Loslassen
in die eigene Mitte zurückkehren
tief entspannen
neue, innere Kräfte aktivieren
Freitag 12.11. — 21anb-qi-w1-kleine-auszeit-grosse-wirkung-qigong-und-das-loesen-von-blockaden/
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Vipassana Erkenntnismediation
Bei der Vipassana Meditation geht es in der Essenz darum, sich Schritt für Schritt in die Beobachtung von Körper, Gefühlen und denkendem Geist zu begeben. Still zu werden und wach für das, was gerade in mir los ist. Beobachten und wahrnehmen, ohne zu bewerten.
Die gesamte Veranstaltung erfolgt im Schweigen ohne Anleitung. TeilnehmerInnen müssen in Meditation geübt sein und 25 Minuten gut sitzen können.
(Leitung: Alfred Spill)
21ASp-VE-05 Vipassana Meditation für Geübte
(Einstieg noch möglich)
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Für gestalttherapeutische Einzel- oder Paarstunden wenden Sie sich bitte direkt an mich. (dr.alfred.spill@gmail.com)
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Bitte das Gebäude mit Mund/Nasenschutz betreten, bis sie Ihren Platz erreicht haben, dort darf der Mundschutz abgenommen werden.
Bitte beachten Sie immer die Abstandsregel von 1.5m, besonders auf dem Weg zum Platz
Bitte das Gebäude mit Mund/Nasenschutz betreten, bis sie Ihren Platz erreicht haben, dort darf der Mundschutz abgenommen werden.
Bitte beachten Sie immer die Abstandsregel von 1.5m, besonders auf dem Weg zum Platz
Danke für das Lesen. Bis bald!
Drehpunkt-Leben Institut
Alfred Spill und Team