Newsletter 30.9.2021


Drehpunkt Leben
DL-2019-03-BaumInBlüte
Achte auf deinen Tag, denn er ist dein Leben,
denn das Gestern ist vergangen und nicht mehr zu ändern
und das Morgen nur eine Vision außerhalb deiner Kontrolle.
Darum achte auf deinen Tag, denn er ist dein Leben.
Den Tag heilsam gelebt, wird ein guter Samen im Gestern sein
und Hoffnung legen für ein erfülltes Morgen.
Darum achte auf deinen Tag, denn er ist dein Leben.
(frei nach einem Text aus dem Sanskrit)
Liebe Leserinnen und Leser,
Ein Klient (57) erklärte mir neulich: „Ich muss jetzt nur noch 10 Jahre ‚aushalten‘, damit ich mit 67 Jahren in Regelrente gehen kann. Dann kann ich dem Stress der Arbeitsstelle endgültig entfliehen“.
Ich ließ diese Aussage in mir sacken und spürte eine klare Resonanz: „Schade, dann wollen Sie die nächsten 10 Jahre so einfach abhaken? Wegwerfen als nicht lebenswert?“
Er war sehr bei sich und hatte mich nicht gehört: „Ich plane jetzt schon, was ich mit 67 tun will. Kaufe mir schon mal die Reiseführer für Südamerika und Asien für meine Reisen und die Bücher, die ich dann lesen will.“
Ich setze nach und diesmal beuge ich mich deutlich herüber zu ihm: „Dann wollen Sie die nächsten 10 Jahre so einfach abhaken? Wegwerfen als nicht lebenswert?“
Diesmal hat er gehört und schweigt.
Ich schweige auch.
Er schweigt immer noch.
Ich lege nochmal nach: „Was planen Sie für nächstes Jahr?“
Er schweigt weiter.
Ich nochmal: „Was planen Sie für nächste Woche?“
Er schweigt weiter.
Ich setze nochmal nach: „Was machen Sie morgen?“
Schweigen.
„Wie war der heutige Tag?“ (es ist schon 20:00 Uhr als wir zusammensitzen)
Jetzt lasse ich die Stille wirken, es arbeitet heftig in ihm, ich sehe es in seinen Augen und an seinen Händen.
Endlich, mit leiser Stimme: „Heute war ein Scheißtag.“
Und dann lauter, mit Ärger: „Und morgen wird wieder ein Scheißtag. Und die ganze Woche auch.“ Seine Augen werden feucht.
Ich halte mein Schweigen, sehe, wie es weiter in ihm arbeitet. Ich lasse ihm die Zeit, die er braucht. Schließlich schaut er mich mit einem fragenden Bick an.
Ich fordere ihn weiter: „Sicher, man kann so leben. Wollen sie das oder wollen Sie etwas ändern?“
Seine ganze Haltung ist nach vorne gesunken, es scheinen Zentner auf seinen Schultern zu lasten, sein Gesicht ist in den Händen verborgen.
„Was haben Sie gerade für eine Körperhaltung?“ Ich versuche ihn ins Hier und Jetzt zu bringen.
Er richtet sich auf, ein wenig nur, er wirkt kraftlos.
„Ich habe kaum noch Kraft, am Liebsten würde ich mich wie ein Igel zusammenrollen“.
Jetzt bin ich ganz Gestaltherapeut. Ich überlege, ob ich ihn seine Kraftlosigkeit noch tiefer empfinden lassen möchte, ihn auffordern soll, eine völlig kraftlose Haltung einzunehmen oder ob es an der Zeit ist, im Stützung anzubieten. Ich entscheide mich für das Letztere.
„Können Sie jetzt mal die ganze Kraft, die Sie jetzt haben zusammenraffen und eine Haltung einnehmen, die diese Kraft ausdrückt?“
Er setzt sich ganz gerade auf, holt tief Luft, streckt den Rücken, ballt die Fäuste auf den Knien und schaut mich aggressiv an.
„Bleiben Sie in dieser Haltung, wenn es geht“, ich lehne mich ein wenig zurück, lasse ihn bei sich. „Wie fühlt sich das an?“
„Gut“, sagt er.
„Beschreiben Sie mal, was ‚gut‘ gerade für Sie bedeutet.“
Er, nach einem Moment: „Ich spüre etwas Kraft und Energie und meine Hoffnungslosigkeit ist etwas verblasst. Aber es strengt fürchterlich an. Lange halte ich das nicht aus.“
„Was ist denn anstrengender, in eine Haltung von Kraft zu gehen oder in der Haltung von Kraftlosigkeit zu verharren?“
Er: „Das kann ich nicht sagen, beides strengt an“.
Ich: „Dann haben Sie ja eine Wahl. Welche Haltung bevorzugen Sie?“
Er: „Natürlich ist mir eine Haltung von Kraft lieber.“ Er ist ein bisschen ärgerlich. „Aber ich kriege das nicht immer hin.“
Ich: „Was würden Sie brauchen, damit sie diese Haltung öfters und länger hinbekommen?“
Er sitzt immer noch aufrecht mit geballten Fäusten.
Er: „Ich weiß es nicht, ich müsste darüber nachdenken und vielleicht etwas herumprobieren.“
Ich: „Hm, wenn Sie sich das so vornehmen, vielleicht für morgen, vielleicht ist das ja schon eine Veränderung?“
Er: „Ja, vielleicht kann das was ändern.“
Er geht etwas aufrechter, als er gekommen ist.
(gekürzter und adaptierter Auszug)
Achte auf deinen Tag, denn er ist dein Leben
Die Veranstaltungen im Monat Oktober:
Meditation (mit Anleitung) in der Stille ist für immer mehr Menschen ein Weg, zu ihrem eigenen Wesen zu finden. Sich auf einen Platz hinzusetzen und nichts daneben zu tun, lässt den Menschen die Bewegungen wahrnehmen, die sich vom Innersten her zeigen. Die mystischen Wege bauen auf der Erfahrung auf und dabei ist es das Einfachste, sich selbst und alles zu lassen, auch das Schwierigste zugleich. (Leitung: Yvonne Kunz)
21YvK-ME-06-Offener Meditationsabend
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Der Achtsamkeitsabend (90 Minuten) beinhaltet angeleitete Meditation und Austausch zu einem Thema. Da am letzten Abend das Thema: „Geduld oder Ungeduld“ nicht behandelt wurde, nehmen wir es für den Septemberabend wieder ins Programm. Geeignet für Geübte und für Neugierige, die Meditation und Achtsamkeit kennenlernen möchten. (Leitung: Alfred Spill)
Donnerstag, den 21.10.2021 Achtsamkeitsabend-87
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Qigong – Der chinesische Weg zu Gesundheit, Ausgeglichenheit und Vitalität
Qigong zählt zu den ältesten Heil- und Vorbeugungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin. Es handelt sich um leicht erlernbare und doch sehr wirkungsvolle Körper- Übungen mit dem Ziel , den Fluss des Qi (=Lebenskraft, Lebensenergie) durch den Körper zu ermöglichen.
Der Kurs für Fortgeschrittene mit 10 Terminen beginnt am 1.9.2021. (Leitung: Annette Burkhardt)
21AnB-QI-F4-QiGong für Fortgeschrittene
(Einstieg noch möglich)
Der Kurs für Anfänger mit 10 Terminen beginnt am 6.9.2021. (Leitung: Annette Burkhardt)
21AnB-QI-A5-QiGong für Anfänger
(Einstieg noch möglich)
Der Kurs mit leichten Qigong-Übungen, Eigenmassage-, Zentrierung – und Atemübungen, Meditation, auch mit Unterstützung von Klangschalen. Der Kurs mit 4 Terminen beginnt am 2.9.2021. (Leitung: Annette Burkhardt)
21AnB-QI-M3-QiGong und Meditation
(Einstieg noch möglich)
Mit unserem Angebot bieten wir dir einen Tag Frei-Raum für dich!
Begegne Dir selbst und Anderen in einem wertfreien Raum voller Möglichkeiten und neuen Erfahrungen. Durch verschiedene Elemente der Achtsamkeit und Meditation, Körperarbeit und Tanz, sowie des Austauschs und der Begegnung, kannst Du Deine ganz eigenen Entwicklungsmöglichkeiten spüren und erproben.
Du hast Gelegenheit in lockerer Atmosphäre, mit etwas Abstand zu Deinem Alltag, Deine Perspektive auf Dich und Andere zu betrachten und Dich mit einfachen Übungen für Deine ganz persönlichen Herausforderungen neu aufzustellen.
(Leitung Inge Baum und Daniela Verne)
21InB-T13-Tagesseminar- Was mich bewegt-Zeit für Dich
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Vipassana Erkenntnismediation
Bei der Vipassana Meditation geht es in der Essenz darum, sich Schritt für Schritt in die Beobachtung von Körper, Gefühlen und denkendem Geist zu begeben. Still zu werden und wach für das, was gerade in mir los ist. Beobachten und wahrnehmen, ohne zu bewerten.
Die gesamte Veranstaltung erfolgt im Schweigen ohne Anleitung. TeilnehmerInnen müssen in Meditation geübt sein und 25 Minuten gut sitzen können.
(Leitung: Alfred Spill)
21ASp-VE-05 Vipassana Meditation für Geübte
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Für gestalttherapeutische Einzel- oder Paarstunden wenden Sie sich bitte direkt an mich. (dr.alfred.spill@gmail.com)
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Bitte das Gebäude mit Mund/Nasenschutz betreten, bis sie Ihren Platz erreicht haben, dort darf der Mundschutz abgenommen werden.
Bitte beachten Sie immer die Abstandsregel von 1.5m, besonders auf dem Weg zum Platz
Bitte das Gebäude mit Mund/Nasenschutz betreten, bis sie Ihren Platz erreicht haben, dort darf der Mundschutz abgenommen werden.
Bitte beachten Sie immer die Abstandsregel von 1.5m, besonders auf dem Weg zum Platz
Danke für das Lesen. Bis bald!
Drehpunkt-Leben Institut
Alfred Spill und Team