Newsletter 7.8.2020


Drehpunkt Leben
DL-2019-Je älter ich werde
Liebe Freundinnen und Freunde,
am nächsten Achtsamkeitsabend möchte ich ein Thema aufgreifen, dem ich immer wieder in meiner therapeutischen Arbeit begegne: „Alte Eltern“.
Wenn man den Spruch von „Soulapp“ liest, könnte man sich fragen, warum denn das Thema gerade in therapeutischen Sitzungen so oft berührt wird, wenn denn mit dem Älterwerden die Lust auf Konflikte und Dramen schwindet? Nun, es scheint sich oft das Gegenteil im Leben zu erweisen. Je älter die „alten Eltern“ werden, desto stärker werden die Konflikte mit ihnen und die Dramen um sie herum. Manchmal erscheint es als der pure „Altersstarrsinn“, wenn sich eine noch allein lebende alte Mutter mit 92 absolut nicht durch eine Putzhilfe helfen lassen möchte, da sie ja noch alles selber kann und allemal besser als so eine „junge Fremde in meiner Wohnung“. Manchmal kann es zum Drama auswachen, gerade jetzt zu Corona Zeiten, wenn ein alter Vater im Pflegeheim wohnt und dort um ein vielfaches gefährdeter erscheint als zu Hause und man als Kinder nichts machen kann. All zu oft wird aber notwendige Pflege allzu gerne angenommen, ja die persönliche Pflege durch die Kinder geradezu gefordert, täglich, auch Nachts und ein Ausbleiben nur eines Besuches wird als ein Zeichen von Undankbarkeit und Lieblosigkeit interpretiert. Dabei hat jeder der Kinder sein eigenes Leben, meist seine eigene Familie, eigene Kinder und Beruf und alles unter einen Hut zu bringen wird zur Herausforderung, die ein gehöriges Maß an Stress-Potential beinhaltet. Gerade die letztgenannten Fälle sind dann Thema in der Therapie und in der Arbeit zur Stress-Reduktion. Insbesondere, wenn die Last sich nicht auf Geschwister verteilt, sondern ein Teil mit der Situation alleine gelassen wird.
Es ist der Konflikt: „Ich kann doch nicht soviel Zeit meinen Eltern widmen, wo ich doch auch noch einen Ehepartner habe oder eigene Kinder, denen ich Zeit widmen möchte, die wegen meines Berufs sowie schon zu kurz kommen“, und „wo bleibt denn da eigentlich noch Zeit für mich?“ Es erscheinen schlechtes Gewissen, Frust, Angst es nicht recht zu machen, Ärger auf die anderen, die mich alleine lassen und manchmal auch Wut auf die Eltern, die sich wieder so in mein Leben drängen. Standard Lösungen gibt es keine, doch es gibt auch keine individuellen Lösungen, wenn ich nicht lerne, erst einmal für meinen eigenen sicheren Haltepunkt zu sorgen, der mir nachhaltig Kraft gibt, um mich um all das zu kümmern, was auf mich einströmt. Ich benutze oft das Bild des Bergsteigers, der auch nur dann seine Seilschaft sichern kann, wenn er selbst fest mit dem Berg verbunden ist, sonst kann alles in der Katastrophe eines gemeinsamen Absturzes enden.
Was bleibt ist immer die gegenseitige Abhängigkeit, niemand lebt aus sich allein.
Danke für das Lesen. Bis bald!
Drehpunkt-Leben Institut
Alfred Spill und Team
die nächsten Veranstaltungen:
Do. 13. August 20AA69 Achtsamkeitsabend
(der Raum wird entsprechend der Anmeldungen zeitnah bekannt gegeben
bitte über die Homepage buchen)
Mo. 31.8.-2.9. 20MBGA06-Intensiv Seminar im Odenwald
Mo. 21.9. 20ASP-MBSR-Herbstkurs-Informationsabend
Mo. 5.10.-23.11. 20ASP-MBSR-8-Wochen-Herbstkurs
Bitte das Gebäude mit Mund/Nasenschutz betreten, bis sie Ihren Platz erreicht haben, dort darf der Mundschutz abgenommen werden.
Bitte beachten Sie immer die Abstandsregel von 1.5m, besonders auf dem Weg zum Platz
Zusammen müssen wir neue Erfahrungen sammeln, wie wir in Zeiten der Pandemie solche Veranstaltungen durchführen. Gehen wir es an!
MailPoet