Gespräche mit Führungskräften


Gestern Abend hatte ich noch einmal die Gelegenheit, zwei Stunden mit einem Führungsteam der ABB im Seehotel Ketch zu verbringen und zum Thema: „Achtsame Führung“ und „Respekt gegenüber mir und meinen Mitarbeitern“ zu sprechen.

Es ist mir nach wir vor ein herznahes Anliegen, das wir – besonders in Führungspositionen – niemals vergessen, dass uns Mitarbeiter auch in einer bestimmten Art „anvertraut“ sind, nicht nur durch das deutsche Arbeitsrecht.
Im Getriebe des Tages vergessen wir oft, das unsere westliche Ethik den Menschen in den Mittelpunkt stellt, nicht den Businesscase oder den Shareholder Value.

Natürlich müssen wir uns mit den Umständen unserer Gesellschaft befassen, denn wir sind ein Teil von ihr, wir müssen arbeiten, unser Einkommen sichern, Projekte planen und Schalter fertigen. Das geht einfach nicht immer schmerzfrei.

Wenn wir aber zu sehr der Versuchung verfallen, den Menschen immer mehr der Arbeit anpassen zu wollen, statt umgekehrt, werden wir schmerzlich erkennen, dass die Anpassungsfähigkeit des Menschen seine Grenzen hat. (ich verweise auf das Buch „Arbeit“von Norbert Bauer). Arbeit darf nie längerfristig den Pfad der individuellen Sinngebung verlassen, sonst werden wir krank an Körper und Geist, der Alltag wird immer unerträglicher, die Krankheitsstatistiken sprechen hier Bände.

Jeder erfahrene Menschenführer (ich möchte das Wort Manager vermeiden) weiß um die Tatsache, dass ein Team, welches den Sinn einer Aufgabe begriffen hat und sich damit identifiziert, um ein vielfaches besser arbeitet, als eine Gruppe von Menschen, die sich nur unter Mühen ins Büro zwingt.
Damit wird die Frage nach dem Sinn, dessen Kommuniation und Verstehen zentral für jede Führungsaufgabe.

„Ruhe im Alltag finden“ hat in diesem Zusammenhang auch etwas damit zu tun, meine eigene Sinngebung zu verstehen.

„Was tue ich? Wie fühle ich mich dabei? Was wünsche ich mir?“

Sind meine Antworten auf diese Fragen im harmonischen Gleichklang?