| „Bei der Gestalttherapie geht es ‚um dich und mich und um unsere Erfahrung hier und jetzt‘ sagt Bruno-Paul de Roeck. ‚Um Wachstum: spontaner, lebendiger und glücklicher zu sein. Deinen eigenen Kern mehr wertschätzen. Neue Schritte riskieren. Von der Psychotherapie erwartet man, dass sie Menschen anpasst und sie wieder in das gesellschaftliche Joch einspannt‘. Gestalt versucht, angepasste Menschen, die in ihrem Joch nicht glücklich sind, wieder auf eigene Füße zu stellen.“ |
| Mit diesem Vorwort beginnt eine „ungewöhnliche Einführung in die Gestalttherapie“, ein leicht zu lesendes dünnes Buch, welches auch dem Laien einen guten Überblick gewährt, was denn „Gestalttherapie“ eigentlich ist und was „Gestalt-therapeutische Gruppen“ so treiben. |
| Interessiert? Das Buch kostet 6,99 und ist im Rowohlt Verlag erschienen. |
| Mit dem Zitat aus diese Buch möchte möchte ich einleitend auf den nächsten Gestalt-therapeutischen Gruppenabend hinweisen, der am 28.2.2019 in Bensheim-Wilmshausen stattfindet. In dieser Gruppe versuchen wir „innere Themen“ auf der äußeren Bühne sichtbar zu machen, damit wir besser „sehen und beschreiben“ können, was gerade in uns los ist. Es geht wirklich in erster Linie um das ‚beschreiben‘, nicht um das ‚analysieren und begründen‘. Beschreiben schafft eine eigene Klarheit und eine Distanz zu den Dingen, die uns oft so fest gefangen halten. Und nicht selten erwachsen aus dieser Klarheit und Distanz Lösungen, die uns vorher nicht zu Verfügung standen. |
| Ja, wir arbeiten in einer Gruppe, es sind Menschen präsent, die sich vielleicht nicht kennen, die aber ein gemeinsames Interesse vereint: zu wachsen und zu lernen und das miteinander, voneinander und füreinander. |
| Ich möchte noch einen kleinen Abschnitt von Bruno-Paul de Roeck zitieren: |
Etwas durcheinander sein
| Es gibt einen Rhythmus zwischen Beziehungen-Eingehen und Sich-Zurückziehen, das ist unser Lebensrhythmus. |
| Mal auf die Welt zugehen, dann sich wieder in seine eigenen vier Wände zurückziehen. Sich politisch betätigen und das persönliche Wachstum nicht vernachlässigen. Sommer und Winter. Tag und Nacht. Völlig in jemandem aufgehen, den man liebt und dann wieder ganz für sich sein. Ich und du. Gegenseitig, hin und her. Einatmen und Ausatmen. Das sexuelle Einssein genießen und gleich darauf weinen vor Einsamkeit. Schauen und dann wieder wegsehen, um nicht geblendet zu werden vom Starren. |
| Wenn ich „durcheinander“ bin, heißt es, dass ich an einem der beiden Pole hängenbleibe. Der Rhythmus wird unterbrochen. Ich atme nicht mehr richtig aus. Oder ich kann nicht mehr alleine sein. Oder ich kann nicht wirklich mit jemandem eine Beziehung eingehen. Oder ich kann mich nicht mehr in den Schlaf versenken. Oder ich werde überhaupt nicht mehr richtig wach. Oder die Umwelt erwartet so viel von mir, dass ich mich durch sozialen und politischen Einsatz derart mit Beschlag legen lasse, dass ich kaum ein eigenes Leben mehr habe… und so weiter. Wenn ich „durcheinander“ bin, weiß ich nicht mehr so recht, was ich will. Faktisch werde ich hin und her gerissen, und es scheint, als habe ich mein Leben nicht mehr selbst in der Hand. Will ich nun eigentlich alleine sein oder mit anderen zusammen? Will ich schlafen oder liegen und nachdenken? Ich weiß nicht mehr genau, ob ich zu einer Situation ja oder nein sagen will. Ich kann nicht mehr wählen. Was soll ich tun? Dieses? Jenes? Ja? Nein? Ich weiß es nicht mehr. |
| Oder ich habe so vielerlei, was ich heute erledigen will, aber ich kann mich nicht entschließen, womit ich beginnen werde. Und der Tag schreitet fort, ohne dass ich auch nur ein Ding fertig bekomme. Ich fange etwas an, dann wende ich mich wieder etwas anderem zu. Schließlich bleibt alles unerledigt liegen. Zum Verrücktwerden!“ |
| Erkennst Du etwas wieder? Hast du vergleichbare Erfahrungen? Die Gruppe bietet einen Raum, diese Themen auszusprechen und zu verdeutlichen und gemeinsam zu lernen. |
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